Modell aus Plan (DXF oder DWG)
Für einen Neubau ohne Drohnenflug erzeugt Roofy ein Flachdachmodell aus dem DXF- oder DWG-Grundriss. Sie wählen Umriss, Gebäudeteile und Dachaufbauten direkt im Plan, geben Höhen und Nordrichtung an und erzeugen das Modell. Diese Anleitung führt durch die Schritte des Assistenten, durch die Wege, weitere Dachaufbauten nachzutragen, und durch die Modell-Parameter. Messen und Solar-Modulbelegung laufen danach wie in einer Drohnen-Session und stehen in den eigenen Kapiteln.
Nach dem Erzeugen messen und belegen Sie wie in einer Drohnen-Session: die 2D-Ansicht zeigt den Plan als Hintergrund, das 3D-Modell die Gebäudeteile mit Attika und Dachaufbauten. Werkzeuge und Tastaturkürzel siehe Anleitung Dach vermessen.
Datei wählen
Der Einstieg ist im Projekt die Schaltfläche „Neue Messung“. Dort wählen Sie als Grundlage „Aus Plan (DXF oder DWG)“ statt Drohnenbilder.
- Neue Messung starten: im Projekt „Neue Messung“ öffnen und als Grundlage „Aus Plan (DXF oder DWG)“ wählen.
- DXF- oder DWG-Datei wählen: ein Grundriss bis 25 MB. DWG wandelt Roofy automatisch in DXF um; bei Problemen speichern Sie den Plan in der CAD-Software als DXF.
- Plan lesen lassen: Roofy sucht geschlossene Konturen, auch aus einzelnen Linienstücken, und zeigt den Plan mit allen wählbaren Konturen. Planrahmen auf Rahmen-Layern erscheinen grau und sind nicht wählbar.
Umriss und Teile wählen
Keine Kontur ist vorgewählt. Sie klicken den Umriss selbst an; jeder Gebäudeteil bekommt später eine eigene Höhe.
- Umriss anklicken: ein Klick wählt die kleinste Kontur unter dem Zeiger, ein weiterer Klick an derselben Stelle die nächstgrössere. So erreichen Sie auch Konturen, die in anderen liegen. Beim Darüberfahren leuchtet genau die Kontur auf, die ein Klick wählen würde, auch wenn sie schon gewählt ist. Die Planansicht passt sich der Fensterhöhe an. „Vollbild“ über dem Plan zeigt ihn über den ganzen Bildschirm; Escape beendet zuerst eine laufende Klick-Kette und dann das Vollbild.
- Weitere Gebäudeteile: im Modus „Gebäudeteil“ jede Kontur anklicken, die ein eigener Teil mit eigener Höhe ist, etwa Halle und Bürotrakt. Das Modell bekommt dadurch Stufen, und jeder Teil wird eine eigene Dachfläche. Liegt eine Kontur ganz in einem anderen Teil (etwa ein höherer Aufbau in der Mitte), klicken Sie sie ohne Shift an. Sie wird ein eigener Gebäudeteil mit eigener Höhe und wird aus dem äusseren Teil ausgespart, gleich in welcher Reihenfolge Sie die beiden wählen, auch wenn sie eine Kante teilen.
- Mehrere Konturen zu einer Fläche zusammenfassen: besteht ein Gebäudeteil im Plan aus mehreren Konturen, klicken Sie im Modus „Gebäudeteil“ die erste Kontur an. Jeder Klick mit gehaltener Shift-Taste (oder mit eingeschaltetem Schalter „Konturen hinzufügen (wie Shift)“ unter den Modusknöpfen) fügt eine weitere Kontur sofort dem zuletzt gewählten Teil hinzu, ohne Bestätigung. Entfernen Sie dieses Teil, gilt das davor gewählte, noch vorhandene. Ein Shift-Klick auf eine Kontur des Teils nimmt sie wieder heraus. Lücken bis 2 cm zwischen den Konturen schliesst Roofy selbst; berühren sie sich trotzdem nicht, nennt Roofy den Abstand und das Teil bleibt, wie es war. Schliessen Sie die Konturen dann in der CAD-Software oder wählen Sie sie einzeln. „Auflösen“ in der Liste trennt den Teil wieder in seine Konturen.
- Innenhof: im Modus „Innenhof“ eine Kontur innerhalb eines Teils anklicken. Sie wird als Loch ausgespart; das Ringdach wird an den kürzesten Schnitten zwischen Hof und Aussenkante in zwei Dachflächen geteilt.
- Masse, Einheit und Massstab bestätigen: der nächste Schritt zeigt Breite und Tiefe aller gewählten Teile in Metern, die erkannte Einheit (mm, cm oder m) und den Massstab: 1:1, 1:50, 1:100, 1:200, 1:500 oder ein eigener Wert. Bei Plänen in Papiermassen schlägt Roofy den Massstab aus der Plangrösse vor und weist darauf hin. Stimmt die Grösse nicht, stellen Sie Einheit oder Massstab um; die Angabe in der Datei ist nur ein Hinweis. Der eigene Wert darf bis zu zwei Nachkommastellen haben, etwa 1:1.6. Masse und Modell folgen der Wahl sofort; die Konturenliste liest Roofy selbst neu ein, sobald Sie eine Einheit oder einen Massstab wählen oder das Feld „Eigener Wert“ verlassen (so erscheinen etwa Kamine, die beim alten Massstab unter der Mindestfläche lagen). Während des Neu-Einlesens ist „Weiter“ gesperrt; die gewählten Teile, Innenhöfe und Hindernisse bleiben erhalten, soweit es die Konturen noch gibt. Scheitert das Neu-Einlesen, zeigt Roofy den Grund und „Neu-Einlesen wiederholen“.
- Referenzmass: kennen Sie die wahre Länge einer Strecke im Plan, etwa einer Fassade, wählen Sie im selben Schritt „Referenzmass messen“, klicken zwei Ecken dieser Strecke an (der Punkt rastet auf eine nahe Konturecke ein) und geben unter „Wahre Länge in m“ die Länge ein. Roofy zeigt den passenden Massstab exakt (mit zwei Nachkommastellen) und gerundet auf den nächsten Normmassstab; Sie übernehmen ihn mit „Gerundet übernehmen“ oder „Exakt übernehmen“. Passt eine andere Einheit besser, bietet Roofy zusätzlich „Einheit und Massstab übernehmen“ an. Jede Übernahme schliesst die Referenzmessung, bestätigt den Massstab mit einer Zeile und liest die Konturen neu ein. Escape bricht die Messung ab.
Hindernisse wählen
Dachaufbauten, die im Grundriss schon eingezeichnet sind (Kamine, Oberlichter, Lüftungen, Aufzugsüberfahrten), übernehmen Sie als Hindernisse. Roofy setzt sie als Quader auf das Dach und legt sie in 2D als geschlossene Messlinien an. Aufbauten, die nicht im Plan stehen, tragen Sie später nach (Abschnitt „Weitere Hindernisse nachtragen“).
- Modus „Hindernis“ wählen: Konturen bis 25 m², die vollständig innerhalb eines Gebäudeteils liegen, lassen sich anklicken. Ein zweiter Klick auf dasselbe Hindernis entfernt es; die Klick-Kette zur nächstgrösseren Kontur gilt auch hier.
- Mehrere nacheinander: Hindernisse erscheinen in der Teile-Liste unter ihrem Gebäudeteil als „Hindernis 1, 2 ...“ mit Massen und Fläche. Höchstens 50 Hindernisse je Modell. Zwei Hindernisse, die sich berühren oder näher als 0.2 m beieinander liegen, bleiben im Modell getrennt mit eigener Höhe und eigenem Quader; in 2D und in Solar bekommen sie einen gemeinsamen Umlauf, und der Picker zeigt dazu einen Hinweis.
- Hinweis bei grossen Konturen: nimmt ein Hindernis mindestens einen Viertel der Dachfläche des Teils ein, zeigt Roofy einen Hinweis. Prüfen Sie dann, ob es wirklich ein Dachaufbau ist oder eher ein eigener Gebäudeteil.
- Name: im Schritt „Stil und Höhen“ hat jedes Hindernis neben „Höhe in m“ ein Feld „Name“. Roofy schlägt den Block- oder Layernamen der Kontur aus der Datei vor, etwa „KAMIN“; gibt es keinen, bleibt das Feld leer. Der Name läuft bis in Solar und steht dort in der Hindernisliste; ändern lässt er sich später über „Modell-Parameter“ und „Neu erzeugen“.
- Prüfzeile: vor dem Erzeugen (im Schritt „Erzeugen“ und in den Modell-Parametern) meldet Roofy kleine geschlossene Konturen innerhalb eines Teils, die weder Hindernis noch Innenhof sind; gezählt werden Konturen unter 5 Prozent der Teilfläche und bis 25 m². „Anzeigen“ hebt sie im Plan hervor, etwa um einen Kamin noch im Modus „Hindernis“ zu wählen. „Trotzdem übernehmen“ erzeugt das Modell ohne sie.
Höhen und Attika
Im Schritt „Stil und Höhen“ bestimmen Sie Aussehen und Höhen des Modells je Gebäudeteil, dazu die Höhe jedes Hindernisses. Eine kleine Planansicht zeigt dabei die gewählten Teile mit ihrer Nummer; der Zeiger auf ein Teil im Plan oder in der Liste hebt beide hervor.
- Stil: Wohnhaus (heller Putz mit Fensterreihen) oder Fabrik (grau mit Oberlichtband). Der Stil setzt die Gesamthöhe auf seine Vorgabe (Wohnhaus 10 m, Fabrik 15 m); eine eigene Höhe tragen Sie danach ein.
- Gesamthöhe je Teil in m: der Boden liegt auf Höhe 0, das Modell trägt relative Höhen ohne Terrain.
- Attika (optional): leer heisst keine Attika. Mit einer Attikahöhe erscheint das Feld Attikadicke (Vorgabe 0.25 m, 0.05 bis 1 m); die Dachfläche reicht bis zur Innenkante der Attika.
- Hindernishöhe: je Hindernis ein Feld „Höhe in m“, Vorgabe 1 m, erlaubt 0.1 bis 10 m, gemessen ab der Dachfläche des Teils. Mit „Nur Fläche“ entsteht keine Höhe und keine 3D-Geometrie, nur die Messlinie in 2D.
Nordrichtung
Die Nordrichtung speist die Solar-Belegung (Südausrichtung, Ost-West, Himmelsrichtungen). Roofy liest sie wo möglich aus dem Plan; sonst gilt oben im Plan als Norden.
- Quelle prüfen: der Assistent zeigt, woher die Richtung stammt: aus dem Plan (Plan-Kopf, Geodaten oder Nordpfeil-Block) oder mit der Angabe „Annahme: oben ist Norden“.
- Pfeil drehen: ziehen Sie am Nordpfeil oder stellen Sie den Winkel ein, bis der Pfeil auf dem Plan nach Norden zeigt.
- Später ändern: über „Modell-Parameter“ und „Neu erzeugen“ lässt sich die Nordrichtung ändern, solange in der Session noch nicht gemessen, gezeichnet oder Solar belegt wurde. Danach ist sie gesperrt; wer Messungen, gezeichnete Sektionen und Belegung löscht, hebt die Sperre wieder auf, sonst hilft eine neue Session.
Erzeugen
Mit „Modell erzeugen“ baut Roofy das Flachdachmodell im Hintergrund. Das Erzeugen zählt wie ein 3D-Lauf.
- Berechtigung: das Erzeugen braucht Roofy Pro oder Enterprise; ohne Abo verbraucht es das noch offene Gratisprojekt.
- Ergebnis: die 2D-Ansicht zeigt den Plan als Hintergrund, das 3D-Modell die Gebäudeteile mit Attika und den Hindernissen als Quader. Die Dachflächen sind je Teil als Flachdach-Sektionen vorbelegt und beschriftet.
- Hindernisse in 2D und 3D: jedes gewählte Hindernis liegt als geschlossene Messlinie auf dem Dach. In 3D ist die Hindernishöhe messbar, weil die Höhenkarte das Hindernis mitträgt.
Weitere Hindernisse nachtragen
Dachaufbauten, die nicht im Plan stehen oder dort keine geschlossene Kontur bilden, kommen auf drei Wegen ins Modell: als Messlinien in 2D, direkt in Solar oder über die Modell-Parameter.
- In 2D als Messlinien: im Modus „Messen & Unterteilen“ (Taste M) um den Aufbau eine geschlossene Folge von Messlinien zeichnen, etwa mit dem Rechteck-Werkzeug (Taste R, drei Klicks ergeben vier Messlinien). Roofy erkennt den Umlauf, wenn mindestens drei Linien beteiligt sind, die Endpunkte höchstens 15 cm auseinander liegen und an keinem Punkt mehr als zwei Linien zusammentreffen (kein T-Stück, keine gemeinsame Kante zweier Rechtecke). Jede Ecke muss auf der Dachfläche liegen (bis 15 cm über den Rand hinaus ist erlaubt) und höchstens 10.5 m über oder 0.5 m unter der Dachebene; der Umlauf darf sich nicht selbst schneiden. Bei eingeschaltetem Solar wird der Umlauf sofort als Hindernis übernommen, sonst beim nächsten Einschalten; „Löschen“ in der Hindernis-Liste wählt ihn dauerhaft ab. Der Aufbau bekommt dadurch keinen Quader im 3D-Modell; eine Höhe tragen nur Hindernisse aus dem Plan.
- Direkt in Solar: im Schritt „Hindernisse“ die Fläche wählen und mit „Rechteck“ (erste Seite mit zwei Klicks oder einem Zug setzen, dann die Breite aufziehen; das Rechteck darf gedreht sein) oder „Polygon“ (Punkte anklicken, ab drei Punkten schliesst ein Klick auf den ersten Punkt) das Hindernis auf der Dachfläche zeichnen. Das Werkzeug bleibt aktiv, bis Sie es mit Escape oder dem Knopf beenden. Ein in Solar gezeichnetes Hindernis ist eine Fläche in der Dachebene ohne Höhe und ohne 3D-Geometrie; es wirkt nur auf die Belegung: Module halten den „Hindernisabstand“ aus den Vorgaben ein (0 bis 500 cm; bei 0 cm dürfen Module anliegen, aber nie darauf liegen). Höchstens 50 Hindernisse je Fläche. Entfernen über „Löschen“ in der Liste oder mit Rechtsklick auf das Hindernis.
- Über die Modell-Parameter: in der Session „Modell-Parameter“ öffnen und mit „Umriss und Teile ändern“ den Kontur-Picker im Modus „Hindernis“ nutzen, um Konturen aus dem Plan als Hindernis hinzuzunehmen oder wegzunehmen; je Hindernis „Höhe in m“ oder „Nur Fläche“. „Neu erzeugen“ baut Umläufe und Quader des betroffenen Teils neu; die bisher übernommenen Hindernisse entfernt Roofy aus der Solar-Belegung, die neuen Umläufe übernimmt Solar beim nächsten Öffnen. Nur Konturen, die im Plan vorhanden sind, lassen sich so wählen; für alles andere gelten die zwei Wege oben.
Modell-Parameter ändern
In der Session öffnet „Modell-Parameter“ den Assistenten für Änderungen am bestehenden Modell. Neu erzeugen verbraucht kein weiteres Gratisprojekt und zählt nicht als neuer 3D-Lauf; „Neu erzeugen“ ist gesperrt, solange nichts geändert ist.
- Höhen, Attika, Stil: Werte je Teil ändern und „Neu erzeugen“ wählen. Messungen und Solar-Belegung bleiben erhalten, solange Umriss und Teile gleich bleiben.
- Hindernisse: Höhe oder „Nur Fläche“ je Hindernis ändern; über „Umriss und Teile ändern“ nehmen Sie im Modus „Hindernis“ Konturen aus dem Plan hinzu oder weg. Ein geändertes Hindernis baut nur die Hindernis-Messlinien und Quader seines Teils neu; Dachflächen bleiben. Die bisher übernommenen Hindernisse des Teils entfernt Roofy aus der Solar-Belegung, die neuen Umläufe übernimmt Solar beim nächsten Öffnen.
- Umriss und Teile: Solar-Flächen auf geänderten Teilen gehen beim Neu-Erzeugen verloren; Roofy zeigt die betroffenen Flächen vorher an und fragt nach.
- Nordrichtung: nur änderbar, solange nichts gemessen, gezeichnet oder belegt ist. Danach gesperrt; wer Messungen, gezeichnete Sektionen und Belegung löscht, hebt die Sperre auf, sonst hilft eine neue Session.
Kurz-Checkliste Plan (DXF oder DWG)
- DXF- oder DWG-Grundriss bis 25 MB; bei Problemen mit DWG den Plan in der CAD-Software als DXF speichern.
- Umriss selbst anklicken; Einheit (mm, cm, m) und Massstab (1:1 bis 1:500 oder eigener Wert, bei Bedarf über das Referenzmass) über Breite und Tiefe prüfen.
- Jeden Gebäudeteil mit eigener Höhe als eigene Kontur wählen, Innenhöfe als Loch; besteht ein Teil aus mehreren Konturen, die erste anklicken und die weiteren mit Shift-Klick oder dem Schalter „Konturen hinzufügen (wie Shift)“ hinzufügen.
- Dachaufbauten bis 25 m² im Modus Hindernis übernehmen: höchstens 50; nahe Hindernisse bekommen in Solar einen gemeinsamen Umlauf.
- Je Hindernis Höhe 0.1 bis 10 m (Vorgabe 1 m) oder Nur Fläche.
- Aufbauten ohne Kontur im Plan: in 2D als geschlossene Messlinien zeichnen oder in Solar als Rechteck oder Polygon setzen.
- Danach messen und belegen wie in einer Drohnen-Session; was im Plan-Modell bei Solar anders ist, steht im Kapitel Solar-Modulbelegung.
- Attika mit Höhe und Dicke setzen, wenn vorhanden.
- Nordrichtung vor dem Messen und Belegen prüfen; danach ist sie gesperrt.
- Erzeugen braucht Pro, Enterprise oder das Gratisprojekt; Neu erzeugen verbraucht keinen weiteren Lauf.
Nächster Schritt
Dach vermessen
Nach dem Erzeugen messen Sie im Plan-Modell wie in einer Drohnen-Session: Polygone, Messlinien, Höhenkarte und Tastaturkürzel.