Drohne vs. Aufmass vs. Satellit

Welche Methode liefert für die Dachvermessung die genaueste Fläche bei wenig Aufwand vor Ort? Vergleich, Genauigkeit und ein Glossar der wichtigsten Begriffe.

Wie genau ist eine Drohnen-Dachvermessung?

Bei korrekter Bildaufnahme (Nadir + Schräg, 20–30 m über First, 70–80 % Überlappung) erreicht eine Drohnen-Dachvermessung eine Flächengenauigkeit im Bereich weniger Zentimeter: in internen Tests lagen die Abweichungen bei 0,1–0,6 %. Bei lückenhafter Abdeckung, zu wenig Überlappung oder zu grosser Flughöhe bzw. Distanz zum Dach sinkt die Genauigkeit entsprechend.

  • Nadir- und Schrägaufnahmen kombinieren: Nadir für die Fläche, Schräg für Kanten und Traufen.
  • 20–30 m über dem First halten — höher senkt die Auflösung, tiefer erhöht die Bildanzahl unnötig (Richtwert).
  • Überlappung 70–80 %, damit die Photogrammetrie jeden Punkt aus mehreren Bildern rekonstruieren kann.
  • Eine kleinere Bodenauflösung (GSD) bedeutet feinere Details — abhängig von Flughöhe und Kamera.

Die genannten Werte sind fachliche Richtwerte für eine gut geplante Aufnahme; die tatsächliche Genauigkeit hängt von Dach, Wetter, Kamera und Bildqualität ab.

Drohne vs. manuelles Aufmass vs. Satellit

Die drei gängigen Methoden im direkten Vergleich nach Genauigkeit, Zeit vor Ort und ob eine Dachbegehung nötig ist.

MethodeGenauigkeitZeit vor OrtBegehung nötigKosten pro Projekt
Drohne (Photogrammetrie)wenige cm bei guter Aufnahmeca. 10–15 MinNeintief
Manuelles AufmassZentimeter bis Dezimeter, fehleranfällig1–2 StundenJamittel bis hoch
Satellit / Luftbildgrob, für Detailflächen ungenaukeine (sofort verfügbar)Neinsehr tief

Richtwerte aus der Praxis der Drohnen-Dachvermessung. Die Drohnenmethode vermeidet das Besteigen des Dachs (Arbeitssicherheit) und liefert zugleich die höchste Detailgenauigkeit.

Glossar Dachvermessung

Die wichtigsten Begriffe rund um Photogrammetrie und Dachvermessung — kurz erklärt.

Nadir
Senkrechte Aufnahme direkt nach unten. Nadir-Bilder bilden die Dachfläche verzerrungsarm ab und sind die Basis für die Flächenberechnung.
GSD (Ground Sampling Distance)
Bodenauflösung — der Abstand am Boden, den ein Bildpixel abdeckt. Eine kleinere GSD bedeutet feinere Details; sie sinkt mit geringerer Flughöhe und höherer Kameraauflösung.
Orthophoto
Ein entzerrtes, massstabsgetreues Luftbild. Im Orthophoto lassen sich Strecken und Flächen direkt und massstabstreu messen.
Photogrammetrie
Verfahren, das aus vielen überlappenden Fotos ein 3D-Modell und präzise Masse berechnet. Grundlage der Drohnen-Dachvermessung.
First
Die oberste, waagrechte Kante eines geneigten Dachs, an der zwei Dachflächen zusammentreffen.
Grat
Die nach aussen geneigte Kante, an der zwei Dachflächen über Eck aufeinandertreffen (konvexe Kante).
Traufe
Die untere, waagrechte Kante des Dachs, an der das Regenwasser abläuft — meist mit Dachrinne.
Kehle
Die nach innen geneigte Kante, in der zwei Dachflächen eine Rinne bilden (konkave Kante), in der Wasser zusammenläuft.
Überlappung
Beim Drohnenflug überlappen sich aufeinanderfolgende Bilder zu 70–80 %. Diese hohe Überlappung ist nötig, damit die Photogrammetrie-Software genug gemeinsame Punkte findet, um ein präzises Modell zu berechnen.
Ortgang
Die seitliche, geneigte Abschlusskante eines Giebeldachs. Im Gegensatz zur Traufe (untere Kante) verläuft der Ortgang schräg und bildet die seitliche Begrenzung der Dachfläche.
Attika
Die niedrige Mauerbrüstung, die den Rand eines Flachdachs abschliesst. Die Attika verbirgt die Dachneigung und schützt vor Wind sowie vor Einblicken auf das Dach.
Orbitflug (Schräg- und Fassaden-Orbit)
Rundflug ums Gebäude, ergänzend zu den senkrechten Nadir-Bildern. Für die 2D-Dachvermessung mit schräg nach unten geneigter Kamera (Gimbal ca. −45°), damit Kanten und Traufen klar im Bild sind. Für ein 3D-Modell mit Fassaden zusätzlich ein Orbit mit horizontaler Kamera (ca. 0°, frontal auf die Fassade). Jeweils 70–80 % Überlappung.

Wann lohnt sich die Drohnenvermessung statt manuellem Aufmass?

Die Drohnenvermessung lohnt sich, sobald Genauigkeit, Arbeitssicherheit und Zeit vor Ort zählen — also bei nahezu jedem Dach für Solar-, Dachdecker- und Planungsprojekte. Sie vermeidet das Besteigen des Dachs, dokumentiert den Ist-Zustand vollständig und liefert ein wiederverwendbares 3D-Modell statt einzelner Handmasse.

Dachfläche aus Drohnenbildern berechnen

Roofy berechnet die Dachfläche vollautomatisch aus Ihren Drohnenbildern: ohne manuelles Zeichnen oder Besteigen des Dachs. Fotografieren Sie das Dach aus 20–30 m mit Nadir- und Schrägaufnahmen (70–80 % Überlappung), laden Sie die Bilder hoch, und das System liefert Flächen und Kanten als PDF-Report.

  • Nadir-Aufnahmen (Kamera senkrecht nach unten) erfassen die Dachflächen ohne Verzerrung.
  • Schrägaufnahmen (Gimbal −45°, Orbitflug) ergänzen Fassaden und Kanten für ein vollständiges 3D-Modell.
  • Bei 70–80 % Überlappung liefert Roofy zuverlässige Masse für Solaranlagen, Abdichtung und Planung.

Referenzprojekt: EFH Galgenen (Grundriss 13,92 × 10,12 m gemäss Architekturplan) aus 82 Drohnenbildern.

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