3D-Aufnahmen: Fassaden

Für ein vollständiges 3D-Modell muss das ganze Haus lückenlos erfasst sein: Dach, Kanten und Fassaden ohne Löcher dazwischen. Der reine Dachflug reicht dafür nicht. Für die Fassaden fliegen Sie den 45°-Orbit näher ans Gebäude (er ersetzt den weiter entfernten aus dem Dachflug) und ergänzen einen horizontalen Fassaden-Orbit. Alle Ebenen müssen sich mit den Dachbildern und untereinander überlappen.

Diese Anleitung ergänzt die Drohnenbilder-Grundlagen. Fliegen Sie zuerst den normalen Nadir-Dachflug, danach den Fassaden-Orbit. Drohne, Pre-Flight und Wetter siehe Anleitung Drohnenbilder aufnehmen.

Warum das ganze Haus lückenlos erfasst sein muss

Die Nadir-Bilder (Kamera senkrecht nach unten) zeigen die Dachflächen perfekt, sehen die Fassaden aber kaum. Für ein 3D-Modell mit Fassaden fotografieren Sie die Wände zusätzlich. Entscheidend ist nicht nur, dass Sie Fassaden-Bilder machen, sondern dass zwischen allen Aufnahmen keine Lücke bleibt. Stellen Sie sich vor, das ganze Haus wird wie in einer geschlossenen Kugel erfasst: von oben (Nadir), schräg (45°-Orbit) und horizontal (Fassaden-Orbit). Überlappen sich diese Ebenen nicht sauber, bleiben die Wände löchrig oder verzerrt.

Der Flug: drei Ebenen, durchgehende Überlappung

Das Modell entsteht aus drei Aufnahme-Ebenen (Nadir, 45°-Orbit, Fassaden-Orbit). Die 70-80 % Überlappung muss nicht nur innerhalb jeder Runde stimmen, sondern auch zwischen den Ebenen. Der Trick für maximale Überlappung: 45°-Orbit und Fassaden-Orbits mit gleichem Abstand zum Haus fliegen, also nur auf verschiedenen Höhen und Kamerawinkeln, aber ähnlich nah dran. Wie nah, richtet sich nach dem Platz um das Haus (Hecken, Bäume, Nachbargebäude) und bestimmt, wie viel vom Haus auf jedem Bild ist. Damit die Abstände gleichmässig bleiben, fliegen Sie im Tempomat (Cruise Control) oder sauber von Hand.

Nadir
Gimbal −90°, ein Übersichtsbild vom ganzen Haus plus nähere, überlappende Aufnahmen
Abstand zum Haus
Für 45°-Orbit und Fassaden-Orbits möglichst gleich, je nach Platz (Hecken, Bäume, Nachbargebäude); er bestimmt, wie viel vom Haus im Bild ist
45°-Orbit (Brücke)
Gimbal −45°, so dass Boden bis Dachmitte im Bild sind; ersetzt den weiter entfernten Orbit aus dem Dachflug
Fassaden-Orbit
Gimbal ~0° horizontal (so flach wie möglich), tiefere Höhen, gleicher Abstand
Überlappung
70-80 %, auch zwischen den Ebenen
Flug-Modus
Tempomat (Cruise Control) oder sauberes manuelles Fliegen
Höhen-Ringe
1 Fassaden-Ring bei niedrigen Gebäuden, 2 Ringe ab ~2 Geschossen

Schritt für Schritt

  1. Nadir-Aufnahmen, dichter als beim reinen 2D-Flug: zuerst ein Nadir-Bild vom ganzen Haus (Gimbal −90°, das definiert die Flughöhe), dann weitere, nähere Nadir-Aufnahmen, die sich überlappen.
  2. 45°-Orbit näher ans Gebäude: Gimbal −45°, so positioniert, dass Boden bis Dachmitte im Bild sind. Dieser Orbit ersetzt den weiter entfernten aus der Dachflug-Anleitung. Der Abstand richtet sich nach dem Platz um das Haus (Hecken, Bäume, Nachbargebäude) und bestimmt, wie viel vom Haus im Bild ist. Diese Ebene ist die Brücke zwischen Dach und Fassade und muss die Nadir-Bilder überlappen.
  3. Fassaden-Orbits darunter, gleich nah am Haus: Gimbal ~0° horizontal, möglichst mit demselben Abstand wie der 45°-Orbit (nur tiefer), einmal ums Gebäude. So überlappen sich 45°-Orbit und Fassaden-Orbit am meisten. Der oberste Fassaden-Ring muss den 45°-Orbit überlappen.
  4. Alle paar Meter auslösen (70-80 %), an den Ecken langsamer, im Tempomat oder sauber von Hand.
  5. Bei hohen Gebäuden ein zweiter Fassaden-Ring auf anderer Höhe, ebenfalls überlappend.

Wichtig: keine Lücke zwischen den Ebenen. Die Überlappung muss durchgehen, von Nadir zu 45°-Orbit und von 45°-Orbit zu Fassaden-Orbit. Lückenhafte oder verwackelte Bilder führen zu Löchern im 3D-Modell.

Wie viele Bilder insgesamt?

Nadir-Bilder (Dach) und Orbit-Bilder (Fassaden) zählen zusammen. Das Gesamtbudget liegt bei maximal 300 Bildern pro Vermessung.

  • EinfamilienhausDach 30-50 + Fassaden 30-50 = ~60-100
  • MehrfamilienhausDach 50-80 + Fassaden 50-90 = ~100-170
  • Grosses Gebäude / Hallebis ~300 gesamt (Dach + 1-2 Ringe)

Lieber etwas mehr Fassaden-Bilder mit guter Überlappung als zu wenige. Aber unter 300 gesamt bleiben.

Was Sie beachten sollten

  • Gleichmässiges Licht

    Bewölkter Himmel ist ideal. Harte Schlagschatten und gleissende Sonne auf einer Fassade erschweren die Rekonstruktion.

  • Keine Bewegungsunschärfe

    Langsam fliegen, beim Auslösen kurz stabilisieren. Verwackelte Bilder sind für die 3D-Rekonstruktion unbrauchbar.

  • Glas und Hindernisse

    Grosse Glasfassaden rekonstruieren schlecht. Mehr Blickwinkel helfen. Bäume und Nachbargebäude begrenzen den Radius; wo nötig variieren, aber die Fassade im Bild behalten.

Kurz-Checkliste für 3D

  • Nadir dicht: Übersichtsbild vom ganzen Haus plus nähere, überlappende Aufnahmen.
  • 45°-Orbit näher ans Gebäude (Boden bis Dachmitte), ersetzt den weiter entfernten Orbit.
  • 45°-Orbit und Fassaden-Orbits gleich nah am Haus, nur auf verschiedenen Höhen.
  • Abstand je nach Platz (Hecken, Bäume, Nachbargebäude).
  • Fassaden-Orbit ~0° horizontal, überlappt den 45°-Orbit.
  • 70-80 % Überlappung, auch zwischen den Ebenen.
  • Tempomat (Cruise Control) oder sauber von Hand, nicht verwackeln.
  • 1 Fassaden-Ring tief, 2 Ringe ab ~2 Geschossen.
  • Gesamt unter 300 Bildern (Dach + Fassaden).
  • Beim Upload einen 3D-Modus wählen: 3D Classic, bei Bedarf 3D Alternativ.

Nächster Schritt

Bilder hochladen

Sobald Dach- und Fassaden-Bilder im Kasten sind, geht es ans Hochladen.

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